Pflegegrad beantragen – Schritt für Schritt Anleitung
Ein Pflegegrad ist wichtig, damit pflegebedürftige Menschen Unterstützung von der Pflegekasse erhalten können. Dazu gehören zum Beispiel Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Entlastungsleistungen oder Hilfsmittel.
Damit Leistungen bewilligt werden können, muss zuerst ein Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Die Pflegekasse ist bei der jeweiligen Krankenkasse angesiedelt. Der Antrag kann auch telefonisch gestellt werden.
Schritt 1: Pflegekasse kontaktieren
Rufen Sie bei der Krankenkasse der pflegebedürftigen Person an und sagen Sie:
„Ich möchte einen Pflegegrad beantragen.“
Die Pflegekasse schickt Ihnen anschließend die nötigen Unterlagen zu. Wichtig ist: Der Antrag sollte möglichst früh gestellt werden, denn Leistungen gibt es grundsätzlich erst ab Antragstellung.
Schritt 2: Antrag ausfüllen
Im Antrag werden persönliche Daten und erste Angaben zur Pflegesituation abgefragt.
Typische Angaben sind:
- Name und Versicherungsnummer
- Kontaktdaten
- aktuelle Wohnsituation
- Angaben zur Pflegeperson
- gewünschte Leistungen
Der Antrag muss nicht perfekt formuliert sein. Entscheidend ist, dass er gestellt wird.
Schritt 3: Termin zur Begutachtung abwarten
Nach dem Antrag beauftragt die Pflegekasse den Medizinischen Dienst mit der Begutachtung. Dabei wird geprüft, wie selbstständig die betroffene Person im Alltag noch ist und wobei Hilfe benötigt wird. Die Begutachtung findet meist als Hausbesuch oder als Telefoninterview statt.
Schritt 4: Gut vorbereiten
Vor dem Termin sollten Sie notieren, wobei täglich Hilfe nötig ist.
Wichtig sind zum Beispiel:
- Waschen, Duschen, Anziehen
- Essen und Trinken
- Toilettengang
- Medikamente
- Mobilität
- Orientierung und Gedächtnis
- nächtliche Hilfe
- Arztbesuche und Organisation
Tipp: Führen Sie einige Tage ein kleines Pflegetagebuch. Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem, eine Angehörige, einen Angehörigen oder die Pflegeperson beim Termin dabeizuhaben.
Schritt 5: Begutachtung durchführen
Beim Termin stellt die Gutachterin oder der Gutachter Fragen zur Selbstständigkeit im Alltag. Es geht nicht nur darum, welche Krankheiten vorliegen, sondern vor allem darum, wie stark die Person im Alltag eingeschränkt ist.
Wichtig: Beschönigen Sie die Situation nicht. Schildern Sie ehrlich, welche Hilfe wirklich benötigt wird.
Schritt 6: Bescheid der Pflegekasse prüfen
Nach der Begutachtung erhalten Sie den Bescheid der Pflegekasse. Darin steht, ob ein Pflegegrad bewilligt wurde und welcher Pflegegrad festgestellt wurde.
In der Regel dauert es von der Antragstellung bis zum Bescheid bis zu 25 Arbeitstage.
Schritt 7: Bei Ablehnung reagieren
Wenn kein Pflegegrad bewilligt wurde oder der Pflegegrad zu niedrig erscheint, können Sie Widerspruch einlegen. Prüfen Sie dafür den Bescheid und fordern Sie am besten auch das Gutachten an.
Häufige Fehler beim Pflegegrad-Antrag
Viele Familien machen diese Fehler:
- Antrag zu spät stellen
- Pflegebedarf zu harmlos darstellen
- keine Vorbereitung auf den Begutachtungstermin
- wichtige Unterlagen nicht bereitlegen
- Bescheid nicht prüfen
- bei Ablehnung nichts unternehmen
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